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Tag der Lehre am 12. Juni: Nachhaltigkeit im Fokus

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Nach der Preisverleihung 2024: (v.l.) Johann Justus Vasel, Markus Brenneis, Lisa Hönes, David Löwenstein sowie Christoph J. Börner (alle Fotos: Jörg Klein / HHU)

Der Tag der Lehre 2024 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) mit seinem Höhepunkt der Verleihung der Lehrpreise stand am 12. Juni inhaltlich unter dem Thema „Nachhaltigkeit“.

Impulsvortrag und Diskussionen waren von folgenden Fragen geleitet: Wie kann die Lehre dazu beitragen, unsere Studierenden zur Mitgestaltung einer von Transformationsprozessen durchzogenen Welt zu befähigen? Und wie können wir an unserer Universität eine Kultur der Nachhaltigkeit fördern?

Rektorin Anja Steinbeck gab in ihrer Begrüßung eine erste Antwort: „In fast allen unseren Disziplinen gibt es inhaltliche Anknüpfungspunkte. Juristen und Ökonomen untersuchen, wie sich Nachhaltigkeit auf den Wettbewerb auswirkt – oder welche rechtlichen Rahmenbedingungen nötig sind, um die Energieversorgung zu sichern. Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät forscht zu Nachhaltigkeit und Unternehmen und hat einen eigenen Lehrstuhl für Nachhaltigkeitsmanagement. Die Auflistung ließe sich beliebig fortführen.“ Es gelte aus ihrer Sicht auch ganz allgemein, das Thema in den Köpfen zu verankern und das Heft des Handelns zu übernehmen: „Wir haben uns in den Hochschulentwicklungsplan (HEP) eine 50:50 Regelung geschrieben. Bis 2035 will die HHU 50 Prozent ihrer Nachhaltigkeitsziele, zum Beispiel Klimaneutralität, mit technischen Maßnahmen erreichen. Die anderen 50 Prozent erreichen wir durch Verhaltensanpassung. Mit dem Heine-Center for Sustainable Development (HCSD) haben wir die zentrale Anlaufstelle, in der wir eine nachhaltige Entwicklung gemeinsam mit HHU-Angehörigen und Institutionen gestalten.“

Prorektor Christoph J. Börner (Studienqualität und Lehre) ergänzte: „Unsere Campusuniversität bildet ein komplexes System, das quasi als Labor fungiert. Wir arbeiten zu unterschiedlichen Aspekten der Nachhaltigkeit, verfügen über faktengeneriertes Wissen, sind diskursfähig und arbeiten kooperativ mit den jeweiligen Statusgruppen zusammen. Wem, wenn nicht uns, sollte es gelingen, Zielkonflikte zu lösen und Verhaltensänderungen zu bewirken?“

Nach dieser Einführung in das Leitthema lieferte Didaktikerin Yvonne Engel in ihrem Impulsvortrag Anregungen zum „Lernen für eine zukunftsfähige Gesellschaft“. Sie gab Einblicke in transformative Lernumgebungen und machte Vorschläge für eine emanzipatorische Bildung für nachhaltige Entwicklung der Hochschulen sowie für die Ausgestaltung der eigenen Lehr-Lernsettings.

Letztere deckten sich mit den Ideen von HHU-Dozierenden, die das Service-Center für gutes Lehren und Lernen (SELL) im Vorfeld in einer Befragung ermittelt hatte: Vorgeschlagen wurden die Einbindung von zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren, eine stärkere Ausrichtung der Themenwahl an den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, den Sustainable Development Goals (SDGs), sowie eine "SDG-Toolbox" zur Stärkung des Nachhaltigkeitsbezugs in der Lehre.

Im Anschluss an die Präsentation diskutierte die Didaktikerin mit Lehrenden, Studierenden und HHU-Nachhaltigkeitsexperten. Mit dabei: Claudia Bethke, Geschäftsführerin des Heine Center for Sustainable Development, Prof. Dr. Rüdiger Hahn, Inhaber des Lehrstuhls für Sustainability Management, David Radermacher, studentischer Vertreter im Nachhaltigkeitsrat der HHU und AStA-Referent für Nachhaltigkeit sowie Dr. Julia Römhild, die sich aus der Perspektive des Kulturmanagements mit Nachhaltigkeit beschäftigt. Einig war sich das Podium, dass es Strukturen und Orte brauche, wo sich Menschen niederschwellig zusammensetzen und vernetzen könnten – Gemeinsamkeit und Gemeinschaftserfahrung als Energieträger, um die Klimakrise als Herausforderung unserer Zeit zu begreifen und anzugehen.

Nach dem inhaltlichen Forum leitete Prorektor Christoph J. Börner zum Höhepunkt des Tages über: „Wir wollen sichtbar machen, wie vielfältig und zukunftsweisend unsere Lehre ist. Mit Spannung blicken wir auf die Verleihung des diesjährigen Lehrpreises: 44 Lehrende, darunter ein Team, wurden von ihren Studierenden für die vier begehrten, mit je 10.000 Euro dotierten Lehrpreiskategorien vorgeschlagen. Und wie bei der Oskar-Verleihung erfahren die Nominierten erst jetzt, wer ausgezeichnet wird“, so Prof. Dr. Christoph J. Börner, Prorektor für an der HHU.

And the winners are…

Den hein@ward für besonders engagierte digitale Lehre erhielt Dr. Markus Brenneis, Institut für Informatik, für sein Seminar ‚Gruppe Softwareprojekt‘ sowie seine Vorlesung ‚Programmieren‘. Von den Studierenden besonders hervorgehoben: Seine klaren und präzisen Erklärungen, die Verwendung von interaktiven Materialien und seine Fähigkeit, auf den spezifischen Wissensstand der Studierenden einzugehen.
Jun.-Prof. Dr. Johann Justus Vasel, Lehrstuhl für Deutsches und Ausländisches Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht, nahm den Preis für große Veranstaltungen in Empfang. Seine Vorlesung ‚Rechtsphilosophie – Grund und Grenzen des Rechts‘ gestalte er interaktiv mit Zusatzmaterialien zu verschiedenen Themen sowie mit einer großen Anzahl von renommierten Gesprächspartnern und ihren unterschiedlichen Perspektiven. Er nutze plastische Beispiele und schafft eine lernfördernde Atmosphäre.
In der Kategorie „kleine Lehrveranstaltungen mit partizipativem Charakter“ gewann Dr. David Löwenstein, Institut für Philosophie. In seinem Seminar ‚Descartes, Meditationen‘ überzeugte er neben den wissenschaftlichen Inhalten mit vielfältigen Materialien im kurs- und semesterübergreifenden Moodle-Kursraum auch durch die Vermittlung von Schreibkompetenz und Techniken für das eigene Projektmanagement bei wissenschaftlichen Arbeiten.
Lisa Hönes vom Institut für Sozialwissenschaften / Soziologie I wurde für ihre zwei Veranstaltungen ‚Sociology of religion‘ und ‚Is God dead? Theories of (de)secularisation‘ mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet: Sie beziehe Studierende mit verschiedenen Wissensständen und Voraussetzungen gleichermaßen ein. Ihre Veranstaltungen seien so strukturiert wie nötig, um einen roten Faden zu verfolgen – dabei aber offen genug, um dennoch spontan auf neue Aspekte reagieren zu können.

Der Ball ist im Feld! Ganz im Zeichen der Fußballeuropameisterschaft gestaltete das SELL-Organisationsteam die Preisverleihung gewohnt abwechslungsreich, kurzweilig und interaktiv. So wurden beispielsweise in einer lebenden Statistik – analog der Auslosung von Austragungsorten – Kriterien aus Umschlägen gezogen, die Kaderaufstellung für die große Lehrveranstaltung bekannt gegeben oder es galt, in einem eigens produzierten HHU-Exit Game die Lehrpreis-Trophäe für den wissenschaftlichen Nachwuchs zu finden und dabei zu erfahren, wer sie gewonnen hat.
 

Die Preisträgerin und die Preisträger des Lehrpreises 2024 im Überblick:

‚Große Lehrveranstaltung mit vermittelndem Charakter‘
Jun.-Prof. Dr. Johann Justus Vasel, Juniorprofessur für Öffentliches Recht unter besonderer Berücksichtigung von Rechtsfragen der künstlichen Intelligenz

‚Kleine Veranstaltung mit partizipativem Charakter‘
Dr. David Löwenstein, Institut für Philosophie

‚Nachwuchswissenschaftler und –wissenschaftlerinnen‘
Lisa Hönes, Institut für Sozialwissenschaften / Soziologie I

‚eLearning‘ / hein@ward 2022‘
Dr. Markus Brenneis, Institut für Informatik

 

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